Das Hormon Cortisol

Als Cortisol oder Hydrocortison wird ein Hormon bezeichnet, das Vorgänge im Stoffwechsel aktiviert, die katabole bzw. abbauende Wirkung haben. So stellt es dem Körper Energie zur Verfügung. Gleichzeitig dämpft es das Immunsystem, unterdrückt zu starke Reaktionen und hemmt Entzündungen. Es ist ein Glucocorticoid und wird in der Nebennierenrinde gebildet.

Biosynthese

Cortisol ist ein Steroidhormon, das aus Cholesterin entsteht. Zuerst wird in den Mitochondrien der Nebennierenrinde Pregnenolon synthetisiert. Dieses ist eine Vorstufe von Steroidhormonen, Mineralocorticoiden (z. B. Aldosteron), Androgenen und Östrogenen.

Aldosteron ist wichtig für den Wasser- und Elektrolytehaushalt und spielt eine Rolle im sogenannten Renin-Angiotensin-Aldosteron-System. Wenn das Pregnenolon aus den Mitochondrien austritt, formen 3β-Hydroxysteroid-Dehydrogenase und Isomerase es in Progesteron um.

Mit Hilfe von 17-Steroidhydroxylase, einem Enzym, wird es anschließend im endoplasmatischen Reticulum zu 17α-Hydroxyprogesteron. Daraufhin entsteht durch Hydroxylierung unter Katalyse der 21-Hydroxylase 11-Desoxycortisol. Dieses wandelt sich durch Steroid-11beta-Hydroxylase im Mitochondrium in Cortisol um.

Physiologische Wirkung

Salben mit Cortison wirken bei Ekzemen entzündungshemmend.

Salben mit Cortison wirken bei Ekzemen entzündungshemmend.

Die Wirkung von Cortisol ist vielfältig:

  • Es wirkt auf den Kohlenhydrathaushalt, wobei es die Glukoneogenese in der Leber fördert.
  • Es wirkt auf den Fettstoffwechsel, wo es die lipolytische Wirkung von Adrenalin und Noradrenalin fördert.
  • Es wirkt auf den Umsatz von Protein.
  • Cortisol ist ein Stresshormon.
  • Bindet es sich an den Rezeptor des Glucocorticoids, wirkt es auf andere Transkriptionsfaktoren wie NF-κB. Dies ist besonders wichtig, wenn es um seine Wirkung auf das Immunsystem geht.
  • Es wirkt auf den Hypothalamus, der daraufhin CRH (Corticotropin-releasing Hormone) freisetzt. Dies führt dazu, dass im Hypophysenvorderlappen ACTHs (Adrenocorticotrope Hormone) freigesetzt werden.

Anwendung in der Phamakologie

Wie schon gesagt, wirkt Cortisol entzündungshemmend und immunsuppressiv. Es kann dem Körper oral oder intravenös zugeführt werden. Salben mit Hydrocortison wirken bei Ekzemen entzündungshemmend und Gelenkentzündungen wie Gicht können durch eine Injektion von Hydrocortison behandelt werden.

Cortisol wird bei einer Nebennierenrindenunterfunktion unterstützend zugeführt.