Das Enzym Renin

Renin ist ein hormonähnliches Enzym, das für die Steuerung des Blutdrucks und des Wasser- und Elektrolythaushalts unabdingbar ist und neben Steroidhormonen, Cortisol u. a. in der Niere hergestellt wird. Es wird vor allem bei Blutdruckabfall im juxtaglomerulären Apparat, einem spezialisierten Teil der Niere, gebildet, der den Salzgehalt im Harn und den Blutdruck misst.

Auch von verschiedenen Hormonen und vom vegetativen Nervensystem wird er beeinflusst. Folgende Schlüsselreize führen zu einer erhöhten Reninausschüttung:

  • Niedriger Blutdruck
  • Niedrige Natriumkonzentration
  • Verminderte Durchblutung (z. B. Arteriosklerose)
  • Zu wenig Flüssigkeit im Körper
  • Aktivierung des sympathischen Nervensystems

Durch die Reninfreisetzung wird eine spezielle körpereigene Maßnahme zur Steigerung des Blutdrucks stimuliert, und zwar das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System.

Aufbau

Das Enzym Renin wird in der Niere hergestellt.

Das Enzym Renin wird in der Niere hergestellt.

Renin besteht aus zwei Lappen, zwischen denen sich das aktive Zentrum mit zwei Aspartat-Gruppen befindet. Die Vorstufe von Renin, das inaktive Prorenin, enthält ein N-terminales Propeptid mit 43 Aminosäuren.

Dieses Propeptid bedeckt den aktiven Spalt im Molekül, solange kein Renin gebraucht wird. Die Konzentration von Prorenin im Körper ist etwa hundertmal höher als die Reninkonzentration.

Wirkung

Bei Verminderung des Blutdrucks ist Renin durch die Stimulation des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems indirekt in der Lage, den Blutdruck wieder zu erhöhen.

Die Reaktionsfolge dieses Systems sieht folgendermaßen aus:

  • Erster Schritt: Renin wandelt das bis dahin inaktive Angiotensinogen aus der Leber in Angiotensin I um.
  • Zweiter Schritt: Angiotensin I wird durch das vor allem in der Lunge gebildete Angiotensin Converting Enzym (ACE) in Angiotensin II umgewandelt.
  • Dritter Schritt: Angiotensin II wirkt hemmend auf die Bildung von Renin und verhindert somit eine Reninüberproduktion.
  • Vierter Schritt: Angiotensin II wirkt stark gefäßverengend und fördert zum Schluss die Freisetzung von Aldosteron und Antidiuretischem Hormon (ADH).